INTERNATIONALES HAUS DER
AUTORINNEN UND AUTOREN GRAZ
                      
IHAG --> Events homeback



Int. Writer’s House Graz
supported by
The IHAG
Fellows
Publications
Events
Projects
Links
our partners
Contact





Die Stadt der weißen Musiker 

Ali Bachtyar

Lesung
-------------------------------Freitag 19. Jänner 2018 / 19.00 Uhr
» Im Cubus

Moderation: Robert Reithofer
Lesung der Übersetzung: Ninja Reichert
Musik: Juan Carlos Sungurlian

Eine Veranstaltung in Kooperation mit ISOP, dem Internationalen Haus der Autorinnen und Autoren Graz, unterstützt durch die Kulturvermittlung Steiermark.



© Hama Karim Khasraw

Im Nordirak gilt der kurdische Schriftsteller Ali Bachtyar schon lange als Literatur-Ikone, jetzt wurde ihm in Deutschland der Nelly Sachs Preis zuerkannt. Ali Bachtyar wird seinen neuen Roman "Die Stadt der weißen Musiker" vorstellen.

„Zwanzig Jahre lebte der Bildmagier aus Kurdistan unentdeckt in Deutschland. Nun legt der Unionsverlag seine bildmächtige Parabel über die Unterdrückung und den Bruderzwist der irakischen Kurden auf Deutsch vor“, schrieb die Neue Zürcher Zeitung nach Erscheinen seines ersten Romans „Der letzte Granatapfel“.
Im neuen Roman "Die Stadt der weißen Musiker" erzählt Ali Bachtyar von einem Flötenspieler, der während des Iran-Irak-Kriegs und während des Terrorregimes Saddam Husseins zu überleben versucht; dabei verwebt er virtuos alte Legenden mit der jüngsten Geschichte des Irak. Das Verfahren ähnelt ein wenig jenem Gabriel García Márquez´, wenngleich Ali Bachtyar den magischen Realismus enger mit Politik und der realen Geschichte verknüpft als sein südamerikanischer Schriftstellerkollege. Das Geschehen wechsle in seinen Romanen notgedrungen zwischen den Ebenen, weil die Realität in den Ländern des Orients so hart sei und man Auswege in die fantastische und irreale Welt suche.
Dschaladit Kotr, Hauptfigur des neuen Romans, wird als Wanderer zwischen den Welten beschrieben, einer der wenigen Menschen, die Zugang zur mythischen Stadt der weißen Musiker haben. Schon als man ihm die Flöte zum ersten Mal in die Hand drückt, entlockt er ihr Klänge, die alle verzaubern. Ein alter Sufi nimmt ihn und seinen Freund in die Berge mit, um sein geheimes Wissen weiterzugeben.
Als der Krieg und die Bombardements beginnen, wandern die drei Flötisten von Dorf zu Dorf. In einer riesigen, namenlosen Stadt der Bordelle muss Dschaladat in einer Tanzkapelle seine ganze Kunst des Flötenspiels wieder verlernen, um nicht aufzufallen und entdeckt in einem Keller das Museum der Träume.
Die Vorstellung eines Ortes, an dem Kunstwerke vor den Schergen Saddam Husseins versteckt würden, begleitet Ali Bachtyar seit seiner Studentenzeit, als er selbst im Zuge der Studentenproteste mit dem Regime in Konflikt kam. Und auch die Stadt der Bordelle kennt Pendants in der Realität, Bordell-Städte, die seit Beginn des 20sten Jahrhunderts gebaut und während der Kriegszeiten unter Saddam Hussein vergrößert wurden.
Die Virtuosität, mit der Ali Bachtyar die Ebenen des Realen und Transrealen verknüpft und die politische Botschaft dabei subtil mitliefert, beeindrucken und begründen wohl auch seine Popularität.
Birgit Pölzl


Die Stadt der weißen Musiker, 2018-01-19 19:00:00 [event]